Root-Konto

Da dem Root-Konto alle Rechte (Erzeugen, Ändern, Löschen und Ausführen) an sämtlichen Ressourcen der Plattform zugeordnet sind und dessen Benutzer im Namen aller anderen Benutzerkonten handeln darf, kann der Benutzer des Root-Kontos (Superuser) alle digitalen Daten beliebig und nicht überprüfbar manipulieren. Die Nicht-Überprüfbarkeit folgt aus verschiedenen Mechanismen:

Erstens kann eine in sich stimmige und glaubhafte Änderung prinzipiell nicht als Manipulation erkannt werden, weil ein Rückgriff auf grundlegendere Daten (analoge Trägerschicht), die außerhalb der Kontrolle des Superusers liegen, wegen der eingesetzten Speichertechnologien, welche die Austauschbarkeit der Festplatten im laufenden Betrieb erlauben und die Reorganisation der digitalen Daten  mit Löschen und Wiederbeschreiben der analogen Trägerschicht durchführen, nicht sinnvoll durchgeführt werden. Ein Rückgriff auf die analoge Trägerschicht läuft auch der Abstraktion „digitale Daten“ entgegen, die ja zwecks leichteren Gebrauchs eingeführt wurde.

Zweitens sind alle Prozesse auf dem System, welche die digitalen Daten der unmittelbaren Anschauung zuführen bzw. der automatisierten Kontrolle dienen, ebenfalls unter der Willkür des Superusers (Rootkits).

Auf Daten, die der willkürlichen und nicht überprüfbaren Manipulation unterworfen sind, kann keine allgemeinverbindliche, willkürfreie Interpretation und Kommunikation aufgebaut werden.

Ein Root-Konto auf Systemen, die Daten halten, die über meine Grundrechte entscheiden, ist daher nicht vereinbar mit den Prinzipien Rechtssicherheit, Gewaltenteilung, Vorbehalt einer gesetzlichen Ermächtigung, Überprüfbarkeit der staatlichen Akte durch unabhängige Gerichte eines Rechtsstaates.